Sich in die Entscheidungsfindung von anderen einmischen

11 Beiträge in diesem Thema

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Hallo,

ich beschäftige mich in letzter Zeit mit dem Thema "Coaching". In einem NLP Coaching vermeidet man es möglichst den Klienten zu beraten (Consulting), man kann natürlich Ideen oder Vorschläge machen, aber prinzipiell geht man davon aus, dass man die "Landkarte" des anderen nicht kennt und dem Klienten bei seiner Entscheidungsfindung unterstützt und der Klient selbst weiß was richtig, was falsch, und wann für ihn der richtige Zeitpunkt gekommen ist sich z. B. seinen Ängsten zu stellen... Ich unterschreibe das voll und ganz.

Aber gerade im Pick Up und im Freundeskreis möchten Menschen einen Rat und oft fertige Entscheidungen. Viele wollen sich keinen Kopf zerbrechen, eine Verantwortung übernehmen oder eine Entscheidung fällen. Es ist leichter für viele, einfach etwas zu machen, dass ihnen vorgegeben wird.

Es gibt vermutlich kein Patentrezept wann es angebracht ist, sich in die Angelegenheiten von anderen einzumischen und wann nicht. Aber vielleicht hat mir jemand an dieser Stelle einen Rat.

Früher habe ich Menschen oft Ratschläge erteilt, in letzter Zeit habe ich es möglichst versucht zu vermeiden. Vermutlich liegt die Lösung einfach irgendwo in der Mitte. Feingefühl zeigen und zur richtigen Situation abschätzen wann eher ein Coaching und wann eine Beratung notwendig wäre.

Gruß

bearbeitet von Thomas Oponro

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Mach ein emotionales Preisschild an deine Ratschläge. Es wird Leute geben, die wenn du Erfolgt, diese auch haben möchten.

Müssen sie dafür arbeiten bzw. ist es nicht so einfach heruaszubekommen von dir, was richtig wäre, wird der gute Rat "Teurer" und wird damit vielleicht eingehalten. Hat jemand nicht die Disziplin ein wenig um deinen Rat zu kämpfen und nachzubohren, verschwendest du mit konkreten Handlungsanweisungen vermutlich eh deine Zeit.

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Gast

Die Lösung liegt meines Erachtens nicht so sehr auf der Coachee-Seite, aber trotzdem erstmal ein paar Gedanken dazu: Braucht der Coachee deinen Fachrat, weil du über Spezialwissen verfügst, dass er nicht hat, solltest du deine Expertise ruhig einbringen. Geht es bei ihm hingegen um eine Bewertung von verschiedenen Handlungsoptionen, so ist er der "Fachmann" für seine Werte und du solltest ihm dein Wertesystem nicht überstülpen. Hilf ihm viel mehr dabei, seine eigenen Werte, etc. wahrzunehmen.

Nun zur Coach-Seite: Die meisten Menschen neigen zum Helferberuf, weil sie selbst Bestätigung und Motivation dadurch erfahren, wenn sie anderen helfen. Diese Anerkennung fällt größer aus, wenn der Coach (oder Therapeut) das Problem SELBST löst. Das kann im Einzelfall sogar die bessere Lösung sein, hält den Coachee aber in Abhängigkeit. Es ist keine Hilfe zur Selbsthilfe.

Im Gespräch mit Freunden sollte man sich allerdings nicht so reinsteigern, sonst kann man sich irgendwann nicht mehr normal unterhalten, wenn man permanent mit dem wohltrainierten Analyseohr hört. Einfach mal abschalten. Die Leute sagen dir schon, wenn sie ernsthaft den Coach von dir brauchen.

Die ganze Gesprächsführung ist eine hohe Kunst, die ich auch gerade zu erlernen versuche.

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Hallo,

Früher habe ich Menschen oft Ratschläge erteilt, in letzter Zeit habe ich es möglichst versucht zu vermeiden. Vermutlich liegt die Lösung einfach irgendwo in der Mitte.

Gruß

Dann ist dir auch aufgefallen, dass die Leute selten nach Rat-SCHLäGEN fragen, sondern eher EMPATHIE, Mit-gefühl, Verständnis, Respekt, Anerkennung, ungeteilte Aufmerksamkeit wollen?

Mir erzählen viele Leute ihre Sorgen. Interessanterweise, werde ich aber höchst selten um Rat gefragt und selbst WENN und ich dann was schlaues sage, schien es nur eine rethorische Frage zu sein.

Die gutgemeinten und durchaus nützlichen (super)ratschläge sind halt irgendwie schläge, weil der Ratgeber, ja der "Erfolgreichere, wissendere, Weisere" darstellt und der "unfreiwillige" Klient zum weniger Intelligenten de-gradiert wird.

Ratgeben löst immer ein Machtkampf-Anker aus. Es beinhält eine Status-Botschaft und degradiert den Empfänger. Es ist das Gegenteil, von Fragen stellen und interessiert zuhören.

Jeder muss(te) ja schon genug lang, Eltern, Lehrern, Amtspersonen, Chefs, folgen und brav zuhören. Das war ja oft unangenehm lanweilig und nervtötend. Darum hat Rat-schlagen eher einen schlechten Ruf.

Die Leute lieben es viel mehr als Redner dazustehen, der einfach aus seinem "interessanten Leben" erzählen kann, selbst wenn es nur Problemschilderungen sind.

Rat wird selten gewünscht, kaum wirklich echt angehört, noch weniger gemerkt und selten angenommen und dann auch noch umgesetzt.

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Kross sein Beitrag ist top!

Dem stimme ich 100% überein.

Wenn jemand sich mit euch unterhällt und dann anfängt seine Sorgen bzw. Probleme zu schildern,

achtet mal dadrauf ob nach eurem Rat gefragt wird.

Zu 90% wird kein Rat erwünscht sein.DIe Menschen wollen einfach nur mal ihre Sorgen/Probleme kund geben.

Es passiert selten,dass jemand ankommt und gezielt fragt : Ich brauche deinen Rat / Hilfe im Bezug auf....

Die meisten kennen das,wenn man trotzdem Rat geben möchte oder Verbesserungen vorschlägt oft ein "aber" folgt.

Es folgt dann ein : Aber ich kann ihn doch nicht einfach sagen,dass es mir damit schlecht geht.

Doch!Das kannst du!

Das will bloss keiner hören.

So long

red

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Gast
Die meisten kennen das,wenn man trotzdem Rat geben möchte oder Verbesserungen vorschlägt oft ein "aber" folgt.

Es folgt dann ein : Aber ich kann ihn doch nicht einfach sagen,dass es mir damit schlecht geht.

Doch!Das kannst du!

Das will bloss keiner hören.

Einerseits stimme ich mit dir und kross überein, dass alleine das Zuhören in vielen Fällen eine Verbesserung bringt. Allerdings ist das Thema tiefer:

Wenn du die oben zitierten "aber"-Antworten auf deinen Ratschlag bekommst, dann hast du denjenigen, dem du den Rat gegeben hast, damit veranlasst, die deinem Rat entgegenstehende Meinung anzunehmen. Also genau das, was du als Ratgebender gerade nicht willst. Das liegt darin begründet, dass der Ratsuchende zwischen verschiedenen HAndlungsalternativen hin und hergerissen ist. Wenn du dann mit einem "hin" Rat kommst, schreit im Inneren des Ratsuchenden die "her" Stimme auf und es kommt eine "aber" Antwort von ihm. Man muss geschickter vorgehen, dann ist auch Rat gefragt.

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Interessant!

Wenn du dann mit einem "hin" Rat kommst, schreit im Inneren des Ratsuchenden die "her" Stimme auf und es kommt eine "aber" Antwort von ihm. Man muss geschickter vorgehen, dann ist auch Rat gefragt.

Wie kann man denn diese "hin" Rat Stellung abändern so dass die "her" Stimme nicht davon Wind bekommt?

Ich denke da eher so an Ziel orientierten Fragestellungen.

Keine warum Fragen,eher sowas wie : Was möchtest du statt dessen?

Wenn ich eine "warum" Frage stelle,höre ich nämlich nur weiterhin das Problem.Ist natürlich toll wenn man nach Zeit bezahlt wird :D aber lassen wir das mal aussen vor.

bearbeitet von redbaron

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Wenn du die oben zitierten "aber"-Antworten auf deinen Ratschlag bekommst, dann hast du denjenigen, dem du den Rat gegeben hast, damit veranlasst, die deinem Rat entgegenstehende Meinung anzunehmen. Also genau das, was du als Ratgebender gerade nicht willst. Das liegt darin begründet, dass der Ratsuchende zwischen verschiedenen HAndlungsalternativen hin und hergerissen ist. Wenn du dann mit einem "hin" Rat kommst, schreit im Inneren des Ratsuchenden die "her" Stimme auf und es kommt eine "aber" Antwort von ihm. Man muss geschickter vorgehen, dann ist auch Rat gefragt.

Man kann dieses Oppositionelle allerdings auch sehr gut einsetzen. Indem man erstmal dieses "Aber ich kann doch nicht" aus dem anderen herauslockt, bietet er einem eine wunderbare Steilvorlage, direkt mit ein paar "Aikido Fragen" diese Bewegung aufzunehmen und den anderen zur Reflektion zu bewegen, woher sein Glauben "Er kann doch nicht" nun herrührt. Dann könnte man ihn direkt gezielt fragen "Interessant, gab es für dich bereits Situationen, in denen du dich auf X verlassen hast und du dann doch Y konntest und es dich weitergebracht hat? Kennst du eine Situation, in der jemand das Gegenteil getan hat und erfolgreich mit Y war?"

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Gast

Coole Beiträge!

Wie kann man denn diese "hin" Rat Stellung abändern so dass die "her" Stimme nicht davon Wind bekommt?
Soweit ich das verstanden habe, schafft man das, indem man als Coach selbst die negative Seite anspricht, allerdings plädiert man nicht für sie, sondern fragt geschickt. Dann ruft man beim Coachee keinen Widerstand sondern Bereitschaft zur Veränderung hervor, die er auch noch selbst ausspricht.

Ein Beispiel mit zwei vielleicht etwas überzeichneten Verläufen:

A (zeigt Ambivalenz): Einerseits möchte ich aufhören zu rauchen, aber wenn auf Arbeit alle zum Rauchen gehen, will ich nicht hinten anstehen und dann fange ich jedes mal wieder an.

Reaktion 1:

C: Wenn du es wirklich willst, kannst du damit aufhören!

A: Mhh.. Ja. Irgendwie hast du ja recht, ABER ich werde einfach immer wieder schwach in bestimmten Momenten und kann mich dann einfach nicht beherrschen.

C: Du musst nur "nein" sagen lernen.

A: Dir fällt das vielleicht leicht, ABER mir...

Reaktion 2:

C: Solche Gelegenheiten gibt es täglich viele, die einen - gerade in der Anfangszeit - immer wieder zurück in die alten Bahnen lenken wollen. (pacing) Für eine solche Veränderung brauchen die meisten etliche Anläufe. (leading, reframe) Und mit jedem mal wird es etwas leichter. (leading, hypnotisches Muster) Aber entscheidend ist schlussendlich deine Motivation. (leading, framing) Und deren Basis ist dein Wunsch, es wirklich zu schaffen. (Lenkung des Themas auf das, wovon A sprechen soll: nicht vom Widerstand, sondern von seiner Zuversicht)

A: Aber ich habe es schon so oft versucht und bin immer wieder gescheitert.

C: Dass du es schon so oft versucht hast, zeigt, dass es dir offensichtlich sehr wichtig ist. (leading, reframing, zurück zur Motivation)

A: Ja, das ist es.

C: Wie würdest du dich fühlen, wenn du ein zigarettenfreies Leben führen würdest? Welche Veränderung würdest du als erstes verspüren? (leading, positive Motivation verstärken)

A: Ich denke, dieser Brustschmerz... Husten... etc... wären weg. Mir würde ein echt Stein vom Herzen fallen. Und das Finanzielle ist auch nicht zu verachten.

C: Ich hab das Gefühl, dass du jetzt besonders motiviert bist und du gelassen reagieren kannst, wenn deine Kollegen das nächste Mal ohne dich rauchen gehen. (leading, Suggestion, future pace)

A: Ja, ich fühl mich, als könnte ich es diesmal wirklich packen.

C: Das ist der entscheidende Punkt. Packst du es?

A: JA!

Ich weiß nicht, ob es gut rüberkommt. Vielleicht wäre es noch günstiger, weniger direktiv und noch mehr mit Fragen zu arbeiten. Ich übe noch :blink:

Man kann dieses Oppositionelle allerdings auch sehr gut einsetzen. Indem man erstmal dieses "Aber ich kann doch nicht" aus dem anderen herauslockt, bietet er einem eine wunderbare Steilvorlage, direkt mit ein paar "Aikido Fragen" diese Bewegung aufzunehmen und den anderen zur Reflektion zu bewegen, woher sein Glauben "Er kann doch nicht" nun herrührt. Dann könnte man ihn direkt gezielt fragen "Interessant, gab es für dich bereits Situationen, in denen du dich auf X verlassen hast und du dann doch Y konntest und es dich weitergebracht hat? Kennst du eine Situation, in der jemand das Gegenteil getan hat und erfolgreich mit Y war?"
hi shao! kannst du eventuell was zur Aikido-Technik sagen. Ich hab irgendwas mit Aikido-Technik auch schon in den Videos von Paul McKenna angedeutet gesehen (allerdings konnte ich es nicht 100%ig nachvollziehen). Kennst du das? Ist das identisch? Würde mich freuen, wenn du die psychologische AikidoTechnik mal erläutern (oder verlinken) könntest. Kenn sie nicht, obwohl ich wirklich mal Aikido gemacht hab :-D

Besten Dank!

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Gast meerjungfrau

Coaching setzt die Bereitschaft des anderen vorraus, an sich arbeiten zu wollen !!! Das heisst der Wille muss da sein.

Aufgezwängte Entscheidungen bringen nichts. Es gibt kein schöneres Erlebnis, als den anderen gemeinsam zu seinem Ziel zu " BEGLEITEN "....mit seinen Gedanken, Gefühlen wie auch immer.

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Gast meerjungfrau

Ich würde sagen. Beratung ist eine GEZIELTE Hilfestellung. Also das Gegenüber gibt ein oder einige klar definierte Problemfelder vor. Es existieren also schon Schwierigkeiten.

Coaching betrachtet dagegen den Menschen " ganz " und erarbeitet Verhaltensweisen, Zielstezung OHNE !! das vorher Probleme da sind. Also als präventive Massnahme zur Weiterentwicklung.

So verstehe ich das.

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