Souveränität

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Gast -DK-

Ich saß gestern nach meiner Schicht am Tresen der Bar, in der ich momentan arbeite.

Ich sitze also gestern so da, esse meinen Feierabend-Salat und ärgere mich über einen offensichtlichen Shit-Test, den ich verdattelt habe, als eine der Kellnerinnen von draußen herein kommt und sich darüber beschwert, wie kalt es doch ist.

Auf mein übetriebenes "Ohhhhhhhhh" reagiert sie mit einem Sprung in meine Richtung und packt ihre eiskalten Hände an meine Hände, die sich wenige Zentimeter vor meinem Gesicht befanden. Ich war total erschrocken von dieser Aktion, reagierte mit "Du stellst dich an, wie ein Mädchen" und wandte den Blick daraufhin ab, was der Interaktion ein jähes Ende bereitete.

Eine andere Situation ereignete sich vor wenigen Tagen, als ich mit einer Freundin, Michelle, in der Mensa essend auf meine Ex-Freundin traf. Ich nahm sie aus dem Augenwinkel wahr und flog völlig aus dem Gespräch mit Michelle. Eigentlich hatte ich mir vorgenommen ein freundschaftliches Verhältnis in Gang zu bringen, aber alte Gefühle kamen auf und ich wurde buchstäblich aus der Realität gekickt.

Meine bevorzugte Reaktion wäre ein freudiges und lockeres "Hi, na du" gewesen, aber die Realität führte mir mal wieder meine Grenzen vor Augen.

Beide Ereignisse führen mich zu dem Punkt Souveränität, denn die wahre Kunst eines sozialen Experten besteht darin, Situationen in dem Moment, wo sie entstehen zu verstehen und sozial intelligent handhaben zu können. Als Experte agiert aus einer zurückgelehnten Beobachterperspektive und weiß die Situation zu führen.

2 Dinge kommen dem Lernenden dabei regelmäßig in die Quere:

1. Fehlinterpretationen

2. Eigene, unverarbeitete Emotionen

Faszinierend finde ich, dass Ersters zu Zweiterem führen kann, aber auch der umgekehrte Fall möglich ist. Wie also diese beiden Dinge handhaben?

Emotionen verfestigen sich im Gehirn mit jedem Durchlauf. Fühlen ist reine Gewohnheit. Die Art wie wir unsere Umwelt wahrnehmen, was uns daran glücklich oder unglücklich macht ist neuronal angelegt. Man nennt es auch Prägung. Prägungen sind nichts anderes als Muster, die zu dem uns eigenen Verhalten führen, dass wir schwer willentlich kontrollieren können. Es sind die vielen, kleinen Reaktionen auf unsere Umwelt, die wir selbst nicht bemerken, andere jedoch schon. Stimmt unser Verhalten mit unserer Prägung überein, wird es als kongruent wahrgenommen. Überspielen wir unsere Prägung durch bloßes Sich-anders Verhalten, wird es als inkongruent wahrgenommen, was Misstrauen weckt. Außerdem ist es nahezu unmöglich dauerhaft entgegen seiner eigenen Prägungen zu handeln, wenn die emotionale Grundlage nicht verändert wird. Wie verändert man das?

Durch stetige, soziale Erfahrungen die ehrlich wahrgenommen wird und anschließend, willentlich Schritt für Schritt neu interpretiert werden müssen. Ein schönes Beispiel ist die Ablehnung durch einen Korb der Frau, der viele Männer ins Tal der Tränen stürzt.

Wenn eine Frau mir einen Korb gibt, nützt es einerseits nichts Ausreden zu erfinden. Sie hatte schlicht keinen Bock auf mich. Das ist die ehrliche Auswertung eines Korbes. Dies als Ablehnung der eigenen Person zu sehen, geht allerdings zu weit. Die Situation passte halt nicht.

Aus einer erschütternden Begegnung mit meiner Ex-Freundin ist mittlerweile der freudige Beweis geworden, dass mir früher oder später all meine Wünsche erfüllt werden; hatte ich doch auf eine zufällige Begegnung genau dieser Art gehofft.

Aus einer unerwarteten Attacke meiner Kollegin ist mittlerweile ein spontaner Zuneigungsbeweis geworden. Ich kann jedem angehenden Verführer nur dazu raten seine Umwelt ganz bewußt neu zu sortieren. Das ist ein mächtiges Werkzeug, die euch euer Wohlbefinden garantiert.

Worauf man dabei jedoch achten sollte, sind allzu abstruse Fehlinterpretationen, die mit der Realität nichts mehr zu tun haben, sondern nur noch dem eigenen Wohlbefinden nicht mehr jedoch dem geerdeten Miteinander in menschlicher Gesellschaft dienen. Dies vermeidet man ganz schlicht durch offene Kommunikation. Für einen sozialen Lerner ist offene, ziellose Kommunikation unersetzlich wichtig, um ein Gespür für Menschen und das eigene Standing innerhalb sozialer Konstellationen zu bekommen. Leider sind viele Mitglieder der Verführungsszene zu sehr darauf bedacht Ergebnisse zu erzielen, statt offenen Austausch zuzulassen.

Insbesondere Frauen geben konstantes Feedback zu ihrem emotionalen Zustand an ihre Umwelt ab. Aufgenommen, verarbeitet und eingeordnet kann dies zu einem mächtigen Fundus sozialer Erfahrung werden, dass man immer nutzen kann. Als sozial erfahrener Mensch versteht man seine Umwelt aufgrund vielfältiger Erfahrungen instinktiv und kann die Umgebung daher zielgerichtet steuern. Dies ist vor allem dann möglich, wenn man den ehrlichen Wunsch hat, sorgsam mit den Emotionen seiner Umwelt umzugehen. Die Fähigkeit zur gelassenen, kompetenten Handhabung seiner emotionalen Umwelt zeichnet sowohl den sozialen Experten, als auch den smoothen Verführer aus. Dies ist eine Fähigkeit, die von Anderen als Souveränität wahrgenommen wird...was eine äußerst attraktive, weil Sicherheit gebende Eigenschaft ist.

bearbeitet von -DK-

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Gast

Besonders richtig fand ich: "Leider sind viele Mitglieder der Verführungsszene zu sehr darauf bedacht Ergebnisse zu erzielen, statt offenen Austausch zuzulassen. Insbesondere Frauen geben konstantes Feedback zu ihrem emotionalen Zustand an ihre Umwelt ab. Aufgenommen, verarbeitet und eingeordnet kann dies zu einem mächtigen Fundus sozialer Erfahrung werden, dass man immer nutzen kann. Als sozial erfahrener Mensch versteht man seine Umwelt aufgrund vielfältiger Erfahrungen instinktiv und kann die Umgebung daher zielgerichtet steuern. Dies ist vor allem dann möglich, wenn man den ehrlichen Wunsch hat, sorgsam mit den Emotionen seiner Umwelt umzugehen. Die Fähigkeit zur gelassenen, kompetenten Handhabung seiner emotionalen Umwelt zeichnet sowohl den sozialen Experten, als auch den smoothen Verführer aus. Dies ist eine Fähigkeit, die von Anderen als Souveränität wahrgenommen wird...was eine äußerst attraktive, weil Sicherheit gebende Eigenschaft ist."

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Offene Kommunikation mit offenem Ergebnis. Mehr Prozessorientiertheit und Spontaneität in Bezug auf die Umsetzung der eigenen Bedürfnisse, d.h. just do it! und folge mehr Deiner Intuition. Kommunikative Skills entstehen durch praktische Lernprozesse und Erfahrungen. Das ist wichtiger als jede Theorie über Flirt und Verführung.

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Bin ich vermeider???

Die Frage stell ich mir seit Do. und seit eben verstärkt, weil ich es Just vermieden habe einen unangenehmen Anruf zu beantworten....

Aber eigentlich Frage ich mich: Warum verhalte ich mich nicht manchmal so, wie ich es gerne hätte.

Und was hält mich davon ab, vollständig Herr über meine Realität zu werden????

Ich denke die Beantwortung der Frage führt zu der Ursache und die hat wohl - auch -

mit negativen Referenzerlebnissen, Ängsten und sozialer Konditionierung zu tun, die es auszuhebeln gilt.....

Zwei Gedanken gehen mir seitdem nicht mehr aus dem Kopf, die ich aber ungeheuer motivierend finde:

Warum erlaube ich es anderen Menschen, meine Gefühlslage zu bestimmen????

Wer gab mir das Recht, meine Macht als Mann abzugeben (probs to Orlando)....

@DK: Guter Text!

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Gast

@Ragazzi. Eigentlich hast Du Dir Deine Fragen bereits selbst beantwortet. Deine soziale und kulturelle Konditionierung hemmt Dich Dinge zu tun, die Du gern tun würdest. Der Schlüssel zur Auflösung der inneren Blockaden lautet Authentizität. Authentisch sind wir immer dann, wenn wir auf unsere inneren Impulse hören, spontan Handeln und der eigenen Intuition folgen. Einzig Deine psychische Comfortzone hält Dich auf und hemmt Dein individuelles Potenzial. Dein innerer Kritiker (die Stimme Deiner Comfortzone) möchte Dir eigentlich nur helfen unliebsame emotionale Zuständen zu ersparen. Bekannterweise liegt die Erfüllung unserer Bedürfnisse, die uns durch positive Referenzerlebnisse erst wachsen lässt, aber außerhalb unserer Comfortzone. Durchbreche Sie indem Du Deinen intuitiven Impulsen folgst.

bearbeitet von Gast

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Gast -DK-
Bin ich vermeider???

Die Frage stell ich mir seit Do. und seit eben verstärkt, weil ich es Just vermieden habe einen unangenehmen Anruf zu beantworten....

Aber eigentlich Frage ich mich: Warum verhalte ich mich nicht manchmal so, wie ich es gerne hätte.

Und was hält mich davon ab, vollständig Herr über meine Realität zu werden????

Ich denke die Beantwortung der Frage führt zu der Ursache und die hat wohl - auch -

mit negativen Referenzerlebnissen, Ängsten und sozialer Konditionierung zu tun, die es auszuhebeln gilt.....

Zwei Gedanken gehen mir seitdem nicht mehr aus dem Kopf, die ich aber ungeheuer motivierend finde:

Warum erlaube ich es anderen Menschen, meine Gefühlslage zu bestimmen????

Wer gab mir das Recht, meine Macht als Mann abzugeben (probs to Orlando)....

@DK: Guter Text!

Hey,

ich komm selbst aus einem starken Vermeider-Mindset und weiß genau, was meinst. Irgendwann hab ich gerafft, dass PickUp mir zwar mit Erfolg hilft kontrollierbare Situationen zu erschaffen...aber sobald mir das Material ausging stand ich wieder da wie vorher. Seitdem: Reset auf Null, nochmal von vorn und richtige, echte Scheisse fressen. You know the story :-D

Das mit der Gefühlslage ist, denke ich, stark vom Inner-Talk abhängig. Wenn die Reaktionen gut sind, fühlst du dich gut und gratuliertst dir selbst. Wenn die Reaktionen scheisse sind, fühlst du dich scheisse. Der Clue an der Sache ist: Je mehr man sein eigenes Ding durchzieht, desto mehr Leute werden von dir angepisst sein. Schlechte Reaktionen sind ein Indikator für funktionierende Eigenständigkeit. Die Macht gibst du deswegen ab, weil du gute Reaktionen erwartest...und zielgerichtetes Game durchziehst. Das ist eine Community-Krankheit. Die Frau liegt nackt vor dir, ergo du bist cool. Die Frau hat gelacht und gestrahlt aber ihre Nummer nicht rausgerückt, also bist du ein Versager.

In einer freien Kommunikation läufst du ständig "Gefahr" das jemand negativ auf dich reagiert. Du kannst niemanden zwingen dich attraktiv und anziehend zu finden; mit Abneigung umzugehen ist Key und die trifft dich genauso permanent, wie Zuneigung. Zwischenmenschliche Kontakte sind störungsanfällig ohne Ende...man darf sich einfach nicht drauf versteifen, dass es reibungslos läuft und bei Störungen von einem "Fehler" ausgehen.

Compliance hat halt seine Grenzen. Am Ende ist es ein einfacher Entschluss, der dich dazu bringt deine Mitmenschen und dich selbst durchgehend immer wieder zu mögen und dich auf positive Anknüpfpunkte zu konzentrieren. Es gibt halt kein perfekt

bearbeitet von -DK-

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