Zahnarzt und Patientin - Konzepte zur "Sympathievertiefung"?

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Erst mal zu Deinem "Problem" auf Privatpartys:

Zahnarzt ist mit Sicherheit kein schlecht angesehener Beruf - ist aber einer von den Berufen, zu denen jeder Kontakt hat und im Zweifel direkt eine persönliche Story parat hat oder noch schlimmer ein gesundheitliches Problem, gefolgt von einem nervenden Frage-Fluss.

Ich persönlich rede, wenn ich privat unterwegs bin, so gut wie nie über meinen Beruf. Zum einen, weil ich häufig zu den Besserverdienenden in der Partygruppe gehöre und das nicht thematisieren möchte. Zum anderen, weil ich nichts langweiliger finde, als Party-Interview-Gespräche "Wo kommst Du her? Und was machst Du so (womit dann immer der Beruf gemeint ist)?". Was dann oft nur darin endet, dass einer stundenlang einen Berufmonolog hält.

Und meine Metal-Clique besteht fast zur Hälfte aus Polizisten - die haben z.B. bei Festivals so was von keine Lust, über ihren Beruf zu reden. Und tun das auch nicht.

Wenn sich das Berufsthema gar nicht vermeiden lässt, dann ist Hearts_and_Minds-Ansatz super, weil er sofort eine Überleitung auf witzige Themen bietet:

"Ich bin Zahnarzt. In meinem letzten Leben war ich wohl Folterknecht bei der Inquisition. Da ist wohl ein Charakterzug bei der Wiedergeburt hängengeblieben!

(wobei ich da sofort an "Der kleine Horrorladen" denken muss, mit Steve Martin als sadistischem Zahnarzt und Bill Murray als masochistischem Patienten :laugh: )


Aber jetzt zu Deiner eigentlichen Frage:

Die Situation Arzt-Patient ist natürlich etwas formalisierter im Grundansatz als normale Begegnungen in der Freizeit, in der die Patientin per se unentspannt auf Dich trifft: Sie hat beim Termin pünktlich zu erscheinen, muss warten, setzt sich auf nen komischen Stuhl, auf dem sie nach hinten gekippt wird, muss den Mund weit aufsperren, in dem dann von einem relativ Fremden rumgstochert wird, dann kanns auch noch schmerzhaft sein... usw.

Gut daran ist doch, dass die Patientin Dir schon Ihr Vertrauen auf dem Silbertablett schenkt - sie würde sich sonst gar nicht da hinsetzen. Wenn Du es dann schaffst, eine Atmosphäre zu erzeugen, wo nach der Behandlung der Gedanke hängen bleibt "Zahnbehandlung ist scheiße, aber beim donmanuel wars eigentlich witzig/überraschend persönlich/...", dann hast Du doch schon beste Voraussetzungen.

Ich hab z.B. mittlerweile einen Zahnarzt gefunden, der eine super-relaxte Atmosphäre erzeugt: Er ist immer gut gelaunt, Du fühlst Dich als Mensch wahrgenommen, er nimmt sich immer ein paar Minuten Zeit, über was privates zu reden (und ist dabei an mir interessiert, erzählt aber auch von sich), erklärt mir immer, was er grade macht, stellt mir keine Fragen, wenn ich einen Schnorchel im Mund klemmen habe usw. Kurz: Ich fühle mich da für einen Zahnarztbesuch überraschend gut. Und wir hatten schon Themen, wo kurz im Raum stand , sich mal privat zu treffen (nein, ich bin nicht schwul).

Und wenn in so einer Atmosphäre echtes Interesse an einer Patientin entsteht, dann ist es doch gar nicht so schwer: Red über irgendein Thema (z.B. "Ich will bald mal testen, ob Swing-Jazz-Musik bei der Behandlung entspannend für den Patienten ist. Wie sehen Sie das?"), und je nach Resonanz bastelst du eine Möglichkeit zu einem privaten Treffen

(Resonanz: find ich gut = "Jazz interessiert Sie? Ich geh in zwei Wochen zur Jazz-Rallye - Lust mitzukommen?"; Resonanz: Ich steh mehr auf Rock-Musik = "Echt? Wir haben doch hier um die Ecke eine Rock-Kneipe - Lust auf ein Feierabendbier?"...." usw .)

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