FanHi

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  1. Guten Abend zusammen, ich schreibe das hier vordergründig um meine Gedanken zu ordnen und mir ein wenig darüber klar zu werden. Ein netter Nebeneffekt ist, dass sich vielleicht jemand dazu durchringt es zu lesen und seine Meinung mitzuteilen. Da sind diese Frau - junge neunzehn - und ich - wenig ältere 22. Wir kennen uns seit vier Jahren und haben uns damals auf Anhieb gut verstanden. Stundenlange sinnlose Gespräche bis zum Morgengrauen und keine Hintergedanken. Sie war damals für mich die jüngere Schwester einer Freundin und nicht einmal in meinen Träumen eine potenzielle Partnerin oder auch nur auf sexuelle Art anziehend. Für mich war sie einfach eine wundervolle Freizeitbeschäftigung im besten Sinne. Ich war aus verschiedenen Gründen noch nie besonders sozial begabt. Wurde als Kind hauptsächlich dazu erzogen "klug zu sein", mich über meine Intelligenz und mein Wissen zu definieren und meiner Meinung nach viel zu wenig für genau das dann "belohnt", im Gegenteil, dann quasi dafür bestraft auf diese Art um Zuneigung und Anerkennung zu betteln. Wir mussten sehr oft umziehen - ich hatte nie wirklich die Gelegenheit tiefere Beziehungen und Freundschaften aufzubauen. Bis ich dann eine gewisse Konstanz in meinem Umfeld hatte, war ich längst ein lästiger "Besserwisser" der sich sein Selbstwertgefühl darüber holte, dass er den anderen zeigte wie viel klüger er war. Das haftet bis heute an - ich bin mir dessen bewusst und kann es trotzdem nicht ablegen. Bei dem Versuch das nicht zu tun verkrampfe ich innerlich weil ich mich hauptsächlich darauf konzentriere mir zu überlegen was ich nun sagen oder tun darf um das/die Gegenüber nicht vor den Kopf zu stoßen - das kommt unnatürlich und seltsam an. Ich habe absolut keine Schwierigkeiten Leute anzusprechen, kennen zu lernen und mit ihnen Smalltalk zu führen - ich erhalte sogar oft sehr positive Reaktionen wenn ich eine Frau kennenlerne. Irgendwann verebbt aber der belanglose "Kennenlern-Smalltalk" und dann kommen oben beschriebene Schwierigkeiten. Unterm Strich habe ich wenige Freunde und keine guten. Dadurch bedingt eher Hemmungen und wenig Gelegenheiten unter Leute oder fort zu gehen. Die vorhin beschriebene junge Frau war zu dem Zeitpunkt unseres Kennenlernens vor vier Jahren eher unscheinbar, hatte absolut kein Selbstbewusstsein, keine Freunde etc. bei ihr hatte das aber hauptsächlich gesundheitliche Gründe. Zu der Zeit war das für uns beide perfekt - wir hatten jede Menge Zeit uns am Telefon oder auf Skype zu unterhalten und so gegenseitig zu "begesellschaften". Irgendwann hatte ich für ein Jahre eine Freundin - und hab dabei den Kontakt eher verringert bis abgebrochen. Vor eineinhalb Jahren haben wir uns wieder mehr Beachtung geschenkt. Sie war mittlerweile zumindest was das Äußerliche betrifft eine 6.5 - 7 geworden (auf meiner Skala gibt es eigentlich keine 10). Die anderen Dinge hatten sich noch nicht viel verändert. Sie hatte noch keine Beziehung gehabt und nachwievor wenig bis kein "social life". Wir verbrachten sehr viel Zeit miteinander, in meinen Augen war sie quasi so etwas wie meine "beste Freundin" geworden. Irgendwann gestand sie mir, dass sie seit Anfang mehr von mir wollte und sich nur nie getraut hatte mir das zu offenbaren. Wir führten lange Gespräche darüber und ich war gegen eine Beziehung weil eine Beziehung diese tolle Freundschaft zerstören würde. Irgendwann würde jede Beziehung zu Ende gehen und dann wäre eine mir sehr sehr wichtige Freundschaft unweigerlich vorbei. Wir haben es trotzdem getan. Das ist nun etwa vierzehn Monate her und es waren einerseits vierzehn wundervolle Monate, andererseits aber auch von Beginn an schwierige. Sie war durch mangelndes Selbstbewusstsein sehr "bedürftig". Meine Zuneigung, Liebe, Handlungen waren immer zu wenig. Dadurch wurde es natürlich nicht viel besser. Ein weiteres Problem in unserer Beziehung war meine Verschlossenheit - ich hatte (notgedrungen) gelernt mit meinen Problemen selbst fertig zu werden und meine Gefühle selbst zu bewältigen. Das erzeugte in ihr das Gefühl ich würde mich ihr nicht öffnen, ihr nicht vertrauen, sie nicht brauchen. Ich war nun auch nicht besonders gut darin über Gefühle zu reden - weder die meinen noch ihren. Ich war zu der allgemeinen Meinung gekommen, dass Gefühle "schwach", "dumm", "sinnlos", "ineffizient" seien (Anmerkung: ich habe mich mit meinen Interessen und beruflich in eine sehr technische Richtung entwickelt). Sie dagegen war sehr emotional und erwartete, dass ich ihre Gefühle und ihre Körpersprache, ihre Zeichen erkenne und deute. Ich war darin nicht besonders gut was natürlich das Problem der mangelnden Aufmerksamkeit und Fürsorge meinerseits gut ergänzte. Unterm Strich blieb bei ihr das Gefühl nicht geliebt oder geschätzt zu werden und bei mir einerseits Frustration weil ich regelmäßig mit meiner Unfähigkeit konfrontiert wurde und andererseits Enttäuschung und Wut weil ich viel zu oft gesagt bekam wie schlecht ich in diesen Punkten sei - während ich mir ernsthafte Mühe gab sie zu verbessern. Es half natürlich nicht bei meinen Verbesserungsversuchen wenn diese regelmäßig "schlechtgeredet" wurden. Ich fühlte mich missverstanden und unfair behandelt. Ein zusätzlicher Punkt ist, dass ich was Emotionen, Zwischenmenschliches oder generell Soziales angeht, ein sehr schlechtes Gedächtnis habe (andere (für mich interessante Dinge) merke ich mir nämlich ganz gut... Sie hat das natürlich auch bemerkt was sie zusätzlich frustrierte). Sie hat ein sehr sehr gutes Gedächtnis - im allgemeinen viel besser als meines und eben ganz speziell was diese Dinge betrifft. Nun war es häufig so, dass ich Dinge die für sie noch präsent waren, Dinge die für sie noch offen waren etc. einfach vergessen habe. Ich konnte selbst mit einem Satz wie "hey, das vorgestern war toll" nichts anfangen weil ich mich nicht erinnern konnte was vorgestern gewesen war war. Jedenfalls hat das ihre Meinung unterstützt, dass ich kein Interesse für sie über hätte und mir unsere Beziehung unwichtig wäre etc. Der wiederkehrende Vorwurf für etwas das ich eigentlich nicht beeinflussen konnte nährte wiederum mein Gefühl des missverstanden- und ungerecht behandelt werdens; Vorallem weil sie nicht glauben konnte/wollte, dass das nicht absichtlich geschah. Ihr gutes bzw. mein schlechtes Gedächtnis hatten aber noch andere Folgen. Ich vergaß Streits, Konflikte etc. innerhalb von Stunden während sie mir Dinge monatelang nachtrug. So entstand ein Ungleichgewicht. Ich habe sie nie wirklich konsequent mit ihren Fehlern konfrontiert und diese innerhalb von kürzester Zeit vergessen was, denke ich, dazu führte, dass sie nur meine Fehler, die ihr gut im Gedächtnis blieben, sah und in ihrem Gedächtnis anhäufte und die eigenen einfach wegschob. So wurden meine Verfehlungen breitgetreten während die ihren einfach unter den Tisch fielen. Das Ergebnis passt zu den vorigen - sie fühlt sich nicht wertgeschätzt und ich fühlte mich ungerecht behandelt weil sie der Meinung schien selbst fehlerfrei zu sein. Um das Bild nicht so durchgehend schlecht erscheinen zu lassen sei hier erwähnt, dass wir recht konstant zwischendurch immer wieder sehr sehr schöne Stunden/Tage hatten. Wir hatten uns ja irgendwann mal aus bestimmten Gründen die nach wie vor da waren sehr gemocht. Trotzdem hatten wir in den letzten Wochen beide, mit der Einsicht den anderen nicht ändern zu können, mehrmals versucht die Beziehung zu beenden, aber immer wieder weitergemacht mit dem Glauben an die vielen vielen schönen Zeiten die wir regelmäßig hatten. Seit fünf Tagen ist sie nun wirklich beendet - effektiv dann durch sie. Sie hat sich in unserer Beziehung deutlich mehr weiterentwickelt als ich. Sie wurde zu einer etwas selbstbewussteren 7.5 - 8 die sich darüber im Klaren ist, dass sie nur "ja" sagen muss. Ich habe die paar Freunde die ich vor unserer Beziehung hatte die letzten eineinhalb Jahre konsequent wegtreiben lassen und stehe vor einem mir bekannten Problem. Ich bin in der Zwischenzeit vom Land in die Stadt (keine große) gezogen und kenne allein dadurch in meiner Nähe keine Menschen... Wie Menschen kennenlernen wenn man keine Menschen kennt. Ich weiß, dass sie sich nicht ändern wird und sie weiß es umgekehrt auch. Gestern hat sie vorgeschlagen, dass wir uns ein letztes Mal treffen sollten - uns noch einmal einen Tag lang daran erinnern wie es war, uns zu lieben etc.. Ich bin unsicher was ich davon halten soll. Angesichts meiner emotionalen Lage (natürlich fühlt man sich trotz des Wissens, dass es nötig war amputiert wenn einem die wichtigste Person in seinem Leben abhanden kommt) halte ich es für schlichtweg bescheuert. Ich verstehe auch ihre Motivation nicht ganz - kann es mir nur so erklären, dass das ihre erste Beziehung war und sie grad ziemlich mit ihren Gefühlen zu kämpfen hat. Andererseits, viel schlimmer kann es ohnehin nicht werden. Wir haben auch früher schon über eine friends with benefits-Beziehung geredet - vielleicht könnte das ja eine mögliche Lösung sein. Die gegenseitige Anhängigkeit quasi langsam ausklingen lassen... (Ja, ich weiß wie das klingt) Den totalen Schlussstrich ziehen kann man ja immer noch... Ich bin nicht auf der Suche nach Mitleid und hab das primär für mich selbst geschrieben - siehe mein Einleitungssatz. Aber wenn jemand guten Rat hat oder Lust für sein Psychologiestudium zu üben werde ich das natürlich mit Freude lesen. Ich wünsche euch einen schönen Abend!