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Alle erstellten Inhalte von Hearts_and_Minds
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Kommunismus - Kapitalismus - Diskussionsthread
Hearts_and_Minds antwortete auf PippiLangstrumpf's Thema in Kreativraum
Wer waren denn die Unternehmer? Willst Du jetzt Namen hören oder eine theoretische Erläuterung, warum es dann doch Unternehmer gab? http://de.wikipedia....ehmen_%28DDR%29 http://www.fee.org/t...e#axzz2WCj0OiLi http://www.economist.com/node/1666584- 133 Antworten
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Kommunismus - Kapitalismus - Diskussionsthread
Hearts_and_Minds antwortete auf PippiLangstrumpf's Thema in Kreativraum
Du kannst Dich ja mal über seine Arbeiten informieren statt hier ad hominem zu argumentieren. Kapital sind Geld und Güter. In "Wohlstand der Nationen" macht Adam Smith drei Unterscheidungen: Arbeitnehmer (Arbeit), Unternehmer (Kapital) und Grundeigentümer (Boden). Übrigens: Im sog. Kommunismus gab / gibt es auch Arbeitnehmer, Unternehmer und Grundeigentümer. Nach Deiner Definition müsste der Kommunismus also auch ein Kapitalismus und damit der Naturzustand der Menschen sein.- 133 Antworten
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Kommunismus - Kapitalismus - Diskussionsthread
Hearts_and_Minds antwortete auf PippiLangstrumpf's Thema in Kreativraum
Das ist ja der Witz: Das ist alles nichts anderes als ein Gedankenspiel, es hat mit der Realität nix zu tun. David Graeber diskutiert diesen Punkt ausgiebig: Es gibt kein Indiz dafür, dass es jemals eine Gesellschaft gegeben habe, in der tatsächlich diese Art von Tauschhandel betrieben wurde. Alle historischen und anthropologischen Fakten sprechen dagegen. Kapital sind Geld und Güter. In "Wohlstand der Nationen" macht Adam Smith drei Unterscheidungen: Arbeitnehmer (Arbeit), Unternehmer (Kapital) und Grundeigentümer (Boden). Wenn wir mal diese Definition übernehmen: Da es Unternehmer im weiteren Sinne erst seit der Renaissance, im engeren Sinne erst seit ca. 1600 gibt, kann ergo der Kapitalismus kein Naturzustand sein.- 133 Antworten
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Kommunismus - Kapitalismus - Diskussionsthread
Hearts_and_Minds antwortete auf PippiLangstrumpf's Thema in Kreativraum
Naja, in vielen Bereichen stehen sich Kunden und Firmen schon wie Feinde gegenüber. Denk nur mal an die zahlreichen versteckten Gebühren bei Telekommunikation (Roaming, Fortzahlung nach Kündigung, geringere Geschwindigkeit als angegeben etc.), bei Flügen (zusätzliche Buchungsgebühren usw.), in der Lebensmittelindustrie (große Verpackung, wenig Inhalt) und vielen anderen Bereichen, mit denen ein teures Produkt billig aussehen soll. Ist doch kein Wunder, dass sich viele Kunden verarscht fühlen - es gibt ja genug Firmen, die ganz gezielt Kunden in die Irre führen. Dazu kommt noch systematischer Missbrauch & Weitergabe von Kundeninformationen, massenhaft falsche Abrechnungen (bspw. von der Telekom vor einigen Jahren im ganz großen Umfang, ebenso: 50% aller Berliner Mietnebenkostenabrechnungen sind falsch zu Ungunsten des Mieters), Bestechungsgelder (Siemens, MAN, Daimler & co.), Behinderung des Kundens bei Vertragskündigung, falsche Etikettierung (Pferdefleisch in der Lasagne, suchterzeugende Stoffe in Zigaretten, Fruchtjoghurt der keine Früchte enthält), Verletzung von Gesundheitsvorschriften (krebserzeugende Stoffe in Kinderspielzeug) undundund. Das sind jetzt nur aus dem Ärmel geschüttelte Beispiele, da kannst Du jederzeit noch 1000 andere finden, von Firmen wie Monsanto & co ganz zu schweigen. Mehr Regulierung im Sinne von Verbraucherschutz wäre ja leicht herzustellen - Firmen zu mehr Transparenz zwingen, falsche oder irreführende Etikettierungen hart bestrafen, Kündigungsrechte für Kunden vereinfachen, etc. Zum Teil wurde da ja schon vieles gut gemacht in den letzten Jahren, aber da könnte noch viel mehr geschehen. Dazu kommt eine ganz massive Wettbewerbsbehinderung von Konkurrenten durch sinnlose Abmahnungen, sinnlose Gerichtsprozesse um kleine Firmen in den Bankrott zu klagen, uvm. Vom schädlichen Einfluss des Lobbyismus ganz zu schweigen. Man mag jetzt sagen, dass das alles nur individuelle Schönheitsfehler sind - sind es nicht. Der hohe Druck auf viele Marktteilnehmer führt halt automatisch dazu, dass diejenige Firma gewinnt, die rechtliche Grauzonen am besten nutzt, die die Kunden am geschicktesten bescheisst, die am raffiniertesten Steuern hinterzieht etc. Das betrifft aber vor allem große Firmen und solche, die Produkte anbieten, deren Qualität nicht auf den ersten Blick durchschaubar ist oder die Rechnungen stellen, die nicht leicht nachzuvollziehen sind. Viele kleine und mittlere Firmen sind ja wirklich noch auf Service und Kundenkontakt bedacht und geben sich echte Mühe, transparent zu sein und gute Produkte zu liefern. ******************************************************** That being said: Der Kapitalismus hat aber auch eine gigantische Erfolgsgeschichte vorzuweisen. Hier ein schöner Text über den Rückgang der Zahl der Menschen, die in extremer Armut leben: http://www.economist...orld-should-aim- 133 Antworten
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Nee, das ist zu naiv. Manche wenige Jobs habe halt gesellschaftliche Konsequenzen und bringen Dich damit in eine gehobene gesellschaftliche Stellung, andere nicht. Manche Jobs erlauben Dir eine hohe Flexibilität und Gestaltung des eigenen Lebens, andere Jobs zwingen Dich in ein enges Korsett und Du wirst fremdbestimmt. In manchen Jobs kannst Du anderen etwas mitgeben, beibringen, andere Menschen beeinflussen und man wird sich an Dich erinnern; in anderen Jobs bist Du unbekannt und lernst niemanden kennen. Geld öffnet einem eben Türen und wer mehr Geld hat, der hat normalerweise (ceteris paribus) auch mehr Möglichkeiten, sein Leben zu gestalten und andere Menschen zu beeinflussen. Wer kein Geld hat oder auf andere angewiesen ist, der ist ganz objektiv in einer schlechten Position, nämlich eben abhängig. Vor einigen Jahrzehnten gab es in den Dörfern im Prinzip nur drei Personen, die wichtig waren: Der Lehrer, der Pfarrer und der Polizist. Von allen drei war man abhängig und alle drei hatten Gestaltungskraft und konnten direkt oder indirekt in Dein Leben eingreifen. Das ist heute zwar viel komplizierter, aber im Prinzip immer noch so. Dementsprechend reagieren halt die Menschen anders auf Dich, wenn Du einen wichtigen oder besonderen Job hast. Das wird ja gerade auch bei der Partnerwahl wichtig. Normalerweise kommt die hippe Jungschauspielerin, die gerade ihre ersten Erfolge feiert, halt nicht mit dem normalen Bankangestellten oder KFZ-Mechaniker zusammen - zu geringer sozialer "value". Dazu kommt noch, dass natürlich viele Menschen durch den Arbeitsmarkt auch Feedback erfahren - sie fühlen sich eben gebraucht oder nicht gebraucht. Dass das schnell auf die Psyche schlägt, das kannst Du im Kommentarteil der Zeitung Deiner Wahl 100fach nachlesen. Davon mal abgesehen halte ich persönlich diese Idee, man könne sich selbst jenseits aller gesellschaftlichen Normen und Werte einen eigenen, individuellen Wert zusprechen, für Humbug - wir finden unsere eigenen Identität durch unsere Auseinandersetzung mit der Umwelt. Aber das ist jetzt eine sehr grundlegende Frage, darüber können wir gerne in einem anderen Thread diskutieren. Deutschland ist da aber auch in einer international aussergewöhnlich guten Position. Die USA haben jetzt den irritierenden Fall, dass die Zahl der Arbeitslosen sinkt und gleichzeitig auch die Zahl der Erwerbstätigen - weil die Zahl der Arbeitsunfähigen & Kranken so stark steigt. Fortschritt und Automatisierung führen dazu, dass es einen zunehmenden Spezialisierungsdruck gibt. Immer mehr Menschen stehen mit Maschinen in Konkurrenz und werden nur dann nicht ersetzt, wenn sie mehr können als Maschinen. Aber Maschinen sind halt schon echt richtig geil geworden. Der Economist bspw. hatte neulich einen großen Sonderteil über selbstfahrende Autos - Google etwa hat schon die ersten Prototypen in Besitz. Es ist sehr wahrscheinlich, dass es in 20 Jahren weder Bus- noch Taxifahrer mehr gibt. Ob es insgesamt weniger Bedarf an menschlicher Arbeit insgesamt geben wird, das kann natürlich keiner sagen. Aber die bisher von vielen Menschen ausgeübte Arbeit wird nicht mehr gebraucht - und es ist doch offenkundig, dass der Spezialisierungsdruck immer mehr Menschen auf der Strecke bleiben lässt in dem Sinne, dass sie eben absolut keine besonderen Skills mehr haben, die nicht andere > 3.000.000.000 Menschen auf der Welt auch haben. Eigentlich eine bizarre Ironie: Vor 100 Jahren haben sich die Menschen nichts sehnlicher herbeigesehnt als vom Joch der harten, körperlichen Arbeit erlöst zu werden und haben davon geträumt, dass die Maschinen den Menschen diese Arbeit abnehmen würden. Jetzt haben wir diese Situation und für all die Menschen, die eigentlich nicht unbedingt viel mehr können außer körperliche Arbeit verrichten, gibt es plötzlich keinen definierten Platz im gesellschaftlichen Raster mehr. Kein Wunder, dass sich viele HartzIV-Empfänger marginalisiert fühlen, statt ihre Situation - wie damals erhofft - als Befreiung zu empfinden und für ein großes kreatives & soziales Potenzial zu nutzen.
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Kommunismus - Kapitalismus - Diskussionsthread
Hearts_and_Minds antwortete auf PippiLangstrumpf's Thema in Kreativraum
Dreibein, es ist echt nicht persönlich, dass ich immer auf ausgerechnet Deine Posts antworte, aber bei Deinen Posts sträuben sich jedes Mal wieder die Nackenhaare. Erstens ist die Idee eines Naturzustandes hochproblematisch und altertümlich (d. i. eine Idee des 17. Jhdts), weil es nie einen Menschen (homo sapiens) außerhalb von kulturellen Lebensformen gab. Zweitens gehören weder Marktwirtschaft noch Währungen irgendwie zur Natur des Menschen, da der Großteil der Menschen, die jemals gelebt haben, ohne beides ausgekommen ist. Von menschlicher Natur sollte man erst dann sprechen, wenn etwas kultur- und zeitübergreifend gegeben ist. Drittens: Informiere Dich doch bitte mal, seit wann es überhaupt so etwas wie Kapital im wortwörtlichen Sinne gibt. Du wirst überrascht sein. Falls Du Dich wirklich für Allgemeinbildung interessieren solltest, empfehle ich Dir David Graebers: "Schulden. Die ersten 5000 Jahre".- 133 Antworten
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Guter Kommentar. Die 70% kommen von Sennett, wo er die herhat, weiß ich nicht aus dem Kopf. Fakt ist aber, dass durch die Produktivitätssteigerung und durch Outsourcing immer weniger Menschen wirklich zum Lebenserhalt der Gesellschaft beitragen. Vor hundert Jahren hat ein einzelner Bauer auf seinem Hof 100 Hühner gehabt bei zwei Mitarbeitern, jetzt hat ein einzelner Besitzer einer Hühnerzuchtanlage 20.000 Hühner bei ebenfalls zwei Mitarbeitern. Callcenter werden nach Indien verlagert, Industrie nach Asien. Andere Arbeit wird durch Computer ersetzt und vielen Menschen ist es doch ganz klar, dass es nur noch eine Frage der Zeit ist, bis ihre Jobs durch Computer & Roboter & Automatisierungen verdrängt werden: Kassierer, Busfahrer, Lagerarbeiter, etc., vom Impact des Internets ganz zu schweigen. Wie viele Buchhändler hat Amazon arbeitslos gemacht? Diese Menschen werden alle einfach nicht mehr gebraucht. Das ist auch der Weg in die Zukunft. Große Industrieunternehmen wird es in Zukunft immer weniger geben. Neue Technologien erfordern immer weniger Mitarbeiter. Facebook bspw. hat nur 4000 Mitarbeiter weltweit, Google immerhin noch 30.000. Zum Vergleich: McDonalds hat allein in Europa 1.000.000 Angestellte, Zulieferer & Bauern miteingeschlossen. Und jetzt vergleichst Du einmal den gesellschaftlichen Impact dieser Firmen miteinander. Nutzlosigkeit wird nicht kommuniziert aber Ersetzbarkeit. Das siehst Du an der dramatischen Zunahme von Zeitarbeit, dem Schrumpfen von Beschäftigungsdauern, der tw. absurd hohen Konkurrenz für manche Jobs. Dass die Menschen dabei entwertet werden ist doch auch kein Geheimnis. Philip Rösler etwa doch kürzlich erst noch von der "Beruflichen Anschlußverwendung" der Schleckerfrauen gesprochen. Menschen sollen halt irgendwie verwendet werden. Vor 50 Jahren hatte der Bäcker eine klar definierte Perspektive und eine klar bestimmte Stellung in der Gesellschaft. Er wurde als Individuum wahrgenommen, seine handwerklichen Fähigkeiten und seine Persönlichkeit haben sich noch direkt in seinem geschäftlichen Wirken niedergeschlagen. Natürlich konnte man eben auch bei einem anderen Bäcker Brötchen kaufen - die haben dann halt auch anders geschmeckt, man hat andere Menschen getroffen und konnte auf die zahlreichen Vorteile persönlicher Bekanntschaft (Anschreiben, Mengenrabatt etc.) evtl. nicht mehr zurückgreifen. Dass 70% der Menschen nichts zu unserem Wohlstand beitragen, das siehst Du u. a. an der Dominanz der Finanzwirtschaft, die ja mittlerweile in vielen Staaten das 5-10-fache Volumen der Realwirtschaft umsetzt. Es hat ja einen Grund, warum Angela Merkel die Geburtstagsparty für Ackermann organisieren lässt, warum die City of London solche absurden politischen Vorteile besitzt oder warum es Staaten wie Zypern gibt, die neben der Finanzindustrie kaum noch nennenswerte andere Industrie besitzen. Mit dem Wachstum der Finanzindustrie hängt ja auch ganz dramatisch das Wachstum ganzer Länder zusammen - die Tomatenbauern, Bäcker, Fliesenleger, Werbeagenturen, Buchverlage, Solarzellenbauer etc., die fallen ja längst nur noch unter "ferner liefen" und sind höchstens von sehr begrenzter regionaler Wichtigkeit. Kurz: Wenn heute alle deutschen Großbanken pleite gingen, wäre Deutschlands Wohlstand am Ende. Wenn heute alle deutschen Bäcker pleite gingen, würde man das Brot aus dem Ausland importieren oder einfach mal mehr Müsli und Reis essen und das Leben würde weitergehen wie gehabt. Die Finanzindustrie ist dabei nur ein Beispiel. Vergangene Phasen des Outsourcings und der Erstzung von Menschen durch automatisierte Prozesse zeigt doch, wie ersetzbar und irrelevant viele Menschen waren und sind und welch geringen gesellschaftlichen Stellenwert die meisten Branchen haben. Arbeit ist nicht Sinn & Ziel des Lebens, aber über Deine Arbeit bestimmt sich Deine gesellschaftliche Stellung und damit Deine soziale Position gegenüber Deinen Mitmenschen und Deine gesellschaftliche Gestaltungskraft. Und gerade letztere konzentriert sich immer mehr auf immer weniger Menschen. Anders als Rosamunde Pilcher unterrichtet Sennett immerhin an der LSE und der NYU und ist nach allen Kriterien der Wissenschaft (Anstellung, Publikationsorte, Zitationsindex & Impact Factor, Preise & Grants etc.) ganz objektiv einer der wichtigsten Soziologen der Gegenwart.
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Was du hier beschreibst mag dir wie eine ganz besondere, persönliche Problematik vorkommen. Ich erkenne darin jedoch etwas Allgemeineres, nämlich die den heutigen gesamtgesellschaftliche Bedingungen verschuldete, nur allzu verständliche existenzielle Malaise des Leistungs-Betas. Denn der fragt sich ja irgendwo zu Recht, wozu eigentlich noch die ganze Plackerei wenn er damit weder a) sich selbst verwirklichen kann, noch b) eine eigene Familie gründen kann bzw. aufgrund zunehmend instabiler Paarbeziehungen keine eigene Familie aufrechterhalten können wird. Was dem Leistungsbeta unterm Strich faktisch bleibt ist die überdeutlich negative intergenerationelle Bilanz seiner Arbeiterei, und das medial angeheizte panem et circenses des hedonistischen Rückzugs in seinen landläufig verbreiteten Formen wie Statuskonsum, Feierei, Promiskuität usw, die eine nüchterne Zustandsaufnahme dieser Situation vernebeln soll. Was für eine Phrasendrescherei und Aneinanderreihung von Worthülsen. Das sind die Auswüchse unseres Wohlfahrtstaates. Nee, er hat schon Recht und Worthülsen sind das auch nicht. Der Soziologe Richard Sennett schreibt viel darüber. Der Wohlstand unserer Gesellschaft wird von nur ganz wenigen Menschen erarbeitet und der wirtschaftliche, wissenschaftliche, künstlerische Fortschritt von noch viel weniger Menschen getragen. Egal welche gesellschaftlichen Faktoren Du betrachtest - ca. 70% der Menschen tragen nichts dazu bei und sind in diesem Sinne überflüssig. Das Bewusstsein der eigenen Nutzlosigkeit stellt sich auch schnell ein und wird ja auch von Arbeitgeberseite aus kommuniziert: Willst oder kannst Du nicht mehr, dann wirst Du halt ersetzt, geht ganz fix. Das erschwert natürlich die Selbsterfahrung des Einzelnen als nutzbringendes Mitglied der Gesellschaft. Wenn man sich dann auch noch instabile Beziehungen bewegt und evtl. nur einen lächerlichen Lohn verdient - vor 40 Jahren konnten viele mit 8 Jahren Schulbildung + 2 Jahren Berufsausbildung ein Haus bauen und eine 5-köpfige Familie ernähren, was heute für viele Akademiker nicht drin ist - dann kommt es natürlich zu solchen Fragen wie vom TE.
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Pussys - Clint Eastwood
Hearts_and_Minds antwortete auf Militant's Thema in Persönlichkeitsentwicklung
Ach, diese "Kritik" ist doch so vage, dass sie hier nur als Projektionsfläche für ein diffuses Unwohlsein gegenüber dem Zeitgeist dient. Was genau beklagt er denn? Im englischen Original spricht er von "Bullies", also den Typen in der Schule, die die jüngeren Schüler abziehen und verprügeln. Soll es jetzt weniger Schulpsychologen und Sozialarbeiter in Schulen geben, die sich um soziale Problemfälle kümmern - und dafür mehr Schulhofprügeleien? Ist das eine realistische Vorstellung: Der schwächere Schüler fängt eine Prügelei an, lässt sich zusammenschlagen und hat danach seine Ruhe? Erstrebenswert? -
On a somewhat related note: Hihi
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Die einzige Zeitung, die auf das Komplettversagen der deutschen Medien, regelmäßig und sachlich angemessen über die verschiedenen Widerstandsbewegungen zu informieren, und der Politiker, angemessen zu reagieren, hinweist, ist mal wieder die Titanic: http://www.titanic-m...-beschuss-5737/
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Zur Brüdele-Macho-Diskussion. Höhepunkte aus dem Spiegel-Interview
Hearts_and_Minds antwortete auf wölfe's Thema in Kreativraum
Die Satire hat aber einen guten Punkt gemacht. Würde mich nicht wundern, dass die konsequente Einführung einer Rede von Verbrecherinnen, Vergewaltigerinnen, Steuerhinterzieherinnen, Vollidiotinnen etc. dann exakt dieselben Leute auf die Palme brächte, die diese "Sprachreform" befürworten. So etwas an Unis einführen zu wollen geht doch mit diesem Statusdenken für ohnehin privilegierte Frauen einher, die ihre Präsenz auf den obersten Plätzen der Gesellschaft hervorheben wollen (zu Recht), aber dabei geflissentlich die ebenfalls gegenderten Probleme der Unterschicht im weitesten Sinne ignorieren wollen (zu Unrecht). Wäre doch interessant zu sehen, ob die Debatte umkippt, wenn diese Sprachregelung auch von Gefängnissen, Psychiatrien, Gerichten usw. übernommen würde. -
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Schon witzig, wie alt manche Songs schon sind:
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Skandal beim Germanys Next Top Model Finale
Hearts_and_Minds antwortete auf ataraxia's Thema in Kreativraum
Ich habe nirgendwo irgendetwas von Verboten etc. geschrieben. Das wird mir hier in den Mund gelegt. Meinetwegen dürfen jeder auch alle 10 Kopftücher übereinandertragen und die Burka am Besten gleich dazu - wenn das denn wirklich freiwillig gewollt ist. Ist doch eine prima Sache, wenn jeder das trägt, was er möchte. Das ändert aber an der Symbolik nix. Wenn ich mir jetzt in meiner Freizeit Gefängniskleidung trage, dann bleiben diese Sachen trotz meiner Freiwilligkeit einem bestimmten kulturellen & symbolischen Kontext verhaftet und man würde schon nachfragen, warum das jemand freiwillig trägt. Rebellion gegen Zwang, Streben nach Freiheit, Liberalismus etc. bedient sich halt anderer Symbole. Gerade deswegen ist es ja gängigerweise oft ein Symbol für Kritik am Regime und am patriarchalischen Zwang, wenn die Frauen das Kopftuch sooft wie möglich ablegen oder soweit wie möglich nach hinten schieben. Ich kenne eine Exiliranerin, die emigriert ist, weil sie mit dem oppressiven Iranischen System nichts anfangen kann und natürlich direkt an der Grenze das Kopftuch abgeworfen hat. Für die ist das Tragen des Kopftuches ein Symbol der Akzeptanz des Regimes oder der Resignation. In ihrem Kontext finde ich das total plausibel und richtig. Würde mich mal interessieren, ob jeder hier den gleichen Relativismus gegenüber der Burka vertritt. Kein Symbol der Unterdrückung? -
Zur Brüdele-Macho-Diskussion. Höhepunkte aus dem Spiegel-Interview
Hearts_and_Minds antwortete auf wölfe's Thema in Kreativraum
Ja, solche Theorien gibt es natürlich schon lange, die klingen auch auf den ersten Blick total plausibel, besonders wenn man nicht darüber nachdenkt. Dann aber wird es extrem schwierig, daraus irgendeinen Sinn zu ziehen, schon methodisch, weil man dazu eben auf etwas referrieren können müsste, was in irgendeiner Weise eindeutig nur männlich und in keinster Weise weiblich sein kann. Das gibt es aber nicht außerhalb der biologischen Funktionen wie Spermien / Eizellen etc. Wie geschrieben, genetisch sind wir sowieso zu 96% gleich und die Wissenschaft hat massive Probleme, nachzuweisen, dass es irgendwelche kulturell übergreifenden Unterschiede im Verhalten, Denken, Fühlen und Können zwischen Männern und Frauen gibt (jenseits solcher offensichtlicher Sachen wie Muskelkraft). Die Punkte, in denen sich Männer und Frauen nachweislich unterscheiden sind meist ziemlich belanglos, etwa die Fähigkeit, dreidimensionale Körper in Gedanken zu rotieren oder eine verstärkte periphere Wahrnehmung vs. eine verstärkte Fokussierung aufs visuelle Zentrum. Diese Idee, dass überhaupt irgendetwas in unserem Verhalten monokausal "durch Gene bestimmt" würde, wurde doch schon in den 90ern abgelegt. Erstens haben einzelne Gene gar keine derart klar zuordenbare Funktion, zweitens müssen Gene erst durch epigenetische Prozesse aktiviert und eingeordnet werden: Wenn Du eine schwarz-weiße Katze klonst, kannst Du durchaus eine braungestreifte Katze rausbekommen. Drittens sind eh alle Verhaltensweisen längst kulturell eingeordnet, so dass wir gar kein reines, ursprüngliches, "vor-kulturelles" Verhalten beobachten können. Selbst solch basale Formen wie Schmerzverhalten, Essverhalten etc. sind doch offensichtlich hochgradig kulturell bestimmt. Für eine schöne Darstellung der sozialen Mächte, die selbst unsere Sexualität beeinflussen, kann ich Dir Foucault's "Sexualität und Wahrheit" empfehlen und eine Darstellung der Mutterliebe zu ihren Kindern als Teil eines sozial gewachsenen Mutterbildes kannst Du in Luhmanns "Liebe als Passion" nachlesen. Vor 400 Jahren waren Kinder nämlich vor allem Mäuler, die man zu stopfen hatte, und wenn die Frau zu viele davon hatte, wurde das Jüngste gerne auch mal im Wald ausgesetzt. Ansonsten könntest Du doch einfach mal damit anfangen, Deine Ideen & Thesen mal mit Argumenten oder Quellen zu belegen statt einfach so in den Raum zu sprühen... -
Skandal beim Germanys Next Top Model Finale
Hearts_and_Minds antwortete auf ataraxia's Thema in Kreativraum
Das Beispiel ist wunderbar, weil es nämlich zeigt, dass man Symbole nicht einfach so umbesetzen kann. Homosexuelle werden immer noch angefeindet, verprügelt, beleidigt etc. und "schwul" ist heute (immer noch) ein Schimpfwort, von einer normalen Ebene kann man da noch lange nicht sprechen. Vielleicht verwechselst Du das mit dem Englischen "gay", das früher "fröhlich" bedeutet hat und nun durch die homosexuelle Community zu "schwul" umgedeutet wurde. Die Deutungshoheit liegt gar nicht beim einzelnen Sprecher sondern bei den Zuhörern bzw. eben dann der Öffentlichkeit. Beispiel: "Ärsche finde ich super, deswegen ist 'Ey Du Arsch' ab jetzt für mich ein Kompliment, wenn ich es sage!" Deswegen eben mein Punkt: Das Kopftuch ist solange ein Symbol der Unterdrückung, wie es gesellschaftliche Strukturen gibt, die den Frauen das Tragen des Kopftuches aufzwingen. @ Trollhead: Ich plädiere gar nicht für die Bekämpfung dieses Symbols, natürlich geht es um Strukturen. Aber diese Strukturen werden ja in Symbolen ausgedrückt. Ich wehre mich nur dagegen, das Ganze mit einem gutmeinenden, aber politisch problematischen Relativismus zu verharmlosen. Im Moment sind die Kopftücher dieser Welt eben noch ein Anzeichen dafür, dass vielerorts Frauen massiv unterdrückt werden. Erst wenn das Kopftuch wirklich nur noch ein Fashion Accessoire geworden ist, das man an- und ablegen kann wie man gerade lustig ist, hat sich etwas geändert. -
Zur Brüdele-Macho-Diskussion. Höhepunkte aus dem Spiegel-Interview
Hearts_and_Minds antwortete auf wölfe's Thema in Kreativraum
Du hast gar nix zitiert. Du hast eine Idee vorgetragen und auf meinen Hinweis, dass es "ideale Formen" nur in der Vorstellung gibt, lediglich auf das Buch als Referenz verwiesen. Wenn Du nicht selber argumentativ für Deine eigene Position eintreten möchtest, dann musst Du Dich auch nicht wundern, wenn hier auf Deine hochgradig problematischen Referenzen (und damit auch auf Dich) eingetreten wird. Ist ja schon auch eine interessante Auswahl, von allen Texten zum Geschlecht(erverhältnis) ausgerechnet diesen zu nehmen und ihn im Jahre 2013 als der Weisheit letzten Schluss hinzustellen. -
Zur Brüdele-Macho-Diskussion. Höhepunkte aus dem Spiegel-Interview
Hearts_and_Minds antwortete auf wölfe's Thema in Kreativraum
Dreibein, Du hast mal wieder nix verstanden. Das hat nichts damit zu tun, dass "man" keine Komplimente machen sollte. Das hat etwas damit zu tun, dass man anderen, fremden Menschen zuerst auf einer sachlich-neutralen Ebene begegnet, statt als allererstes direkt auf intime Dinge anzuspielen. Gerade dann ist das problematisch, wenn beide Menschen beruflich aufeinander angewiesen sind, wie dies nun einmal bei Politikern und Journalisten der Fall ist. Im Prinzip könntest Du Dir das selbst vorstellen: Nimm doch einfach mal an, Du bist Verkäufer im Außendienst, triffst Dich mit einer potenziellen Kundin, die Dir als erstes auf die Pelle rückt und Dir ins Ohr haucht: Du hast aber bestimmt einen geilen Penis! Und Du möchtest dann aber eigentlich noch ein Verkaufsgespräch führen, wirst aber erst mal nur mit großen Augen angegrinst. So etwas passiert vielen Frauen leider andauernd und das ist nicht nur nervig, sondern einfach auch beruflich ein echtes Hindernis und gehört deswegen abgelegt. Aber ich gehe davon aus, dass Du Dir das schlichtweg nicht vorstellen kannst. Sonst würdest Du nämlich nicht andauernd derart empathielos und sexistisch schreiben. Edit: Ach so. Und deswegen sind die antisemitischen Ergüsse weniger antisemitisch und seine Misogynie wird plötzlich zu einer neutralen, sachgemäßen und ausgewogenen Darstellung der Fakten? I don't think so. Edit 2: Bevor er das o.g. Buch schrieb ist er zum Protestantismus konvertiert, ergo war er kein Jude. -
Skandal beim Germanys Next Top Model Finale
Hearts_and_Minds antwortete auf ataraxia's Thema in Kreativraum
Die angebliche Ambivalenz der Symbole wird aber auch gerne von den Kulturrelativisten bemüht, gegen die sich Juice Terry gerade sträubt. Zu Recht. Ich als Deutscher schmiere ja auch nicht in Frankfurt oder Berlin Hakenkreuze an die Wände und behaupte dann ganz unschuldig, das _müsse_ ja nicht ein Symbol des Nazitums sein, sondern es _könne_ ja auch ein indisches Sonnensymbol sein... Allein die Tatsache, dass das Kopftuch wirklich NUR von Frauen getragen wird ist ja schon ein Indiz, dass es sich hier nicht um ein bloß pragmatisches Kleidungsstück handelt. Und die Tatsache, dass es dann in letzter Instanz immer Männer sind, entweder der Familienvater, der Dorfälteste oder der Imam, die entscheiden, ob und wann den Frauen das Ablegen eines Kopftuches erlaubt ist, sollte dann doch stark zu denken geben. Diesbezüglich gibt es dann keine semiotische Ambivalenz mehr. Erst dann, wenn das gesellschaftliche Machtgefüge soweit aufgebrochen ist, dass Frauen das Kopftuch wirklich auch ausschließlich selbstbestimmt tragen können oder auch nicht, ohne verbale Anfeindungen, berufliche Behinderunge, familiäre Konsequenzen, religiöse Sanktionen usw. erwarten zu müssen, erst dann sollten wir aufhören, das Kopftuch als ein Symbol der Unterdrückung wahrzunehmen. -
Zur Brüdele-Macho-Diskussion. Höhepunkte aus dem Spiegel-Interview
Hearts_and_Minds antwortete auf wölfe's Thema in Kreativraum
Zitate aus Otto Weiningers "Geschlecht und Charakter": http://www.k-faktor....d-charakter.pdf Du bist vielleicht ein verwirrter Spinner, hier den Weininger als Referenz anzuführen. Soll sich doch jeder selbst ein Urteil darüber machen, wes Geistes Kind Du bist. Wenn es nicht so traurig wäre, ich würde gerne darüber lachen können. -
Zur Brüdele-Macho-Diskussion. Höhepunkte aus dem Spiegel-Interview
Hearts_and_Minds antwortete auf wölfe's Thema in Kreativraum
Klar. Den gibt es. So, wie es andere Ideale auch gibt: In Deiner kulturell bestimmten Phantasie. -
Zur Brüdele-Macho-Diskussion. Höhepunkte aus dem Spiegel-Interview
Hearts_and_Minds antwortete auf wölfe's Thema in Kreativraum
Genetisch gesehen unterscheiden sich Männer und Frauen um ca. 4% ihrer DNA, vom Menschenaffen gleichen Geschlechts aber nur um ca. 1,5%. Also müssten wir alle mit Affen gleichen Geschlechts deutlich mehr gemein haben als mit Menschen des anderen Geschlechts. Haben wir aber nicht - unsere Biologie spielt in vielen Fällen einfach keine oder nur eine sehr geringe Rolle. Zum Thema: Wir alle haben doch bestimmte Vorstellungen und Wünsche, was denn das andere Geschlecht oder das anvisierte "Target" am Besten machen sollte, damit ein Kontakt zu einem schönen Flirt wird. Oft kommt dann aber doch eine andere Reaktion und Männern wie Frauen haben doch halt alle schon genug schlechte Erfahrungen gemacht beim Flirten, nur auf unterschiedliche Weise. Was hilft dagegen? 1. Sich selbst kalibrieren und 2. darüber reden. Natürlich werden die "Regeln" des Flirtens, die Do's und Don'ts durch implizite gesellschaftliche Vorgaben mitbestimmt und verändern sich im Laufe der Zeit. Für diesen gesellschaftlichen Diskurs sind solche Zeitungsartikel und Interviews doch gut und wichtig. Und: Das sind beides Politiker. Natürlich formulieren die ihr Anliegen mit einem "man muss" oder "die anderen sollen". Wenn da jetzt ein zaghaftes "ich würde mir wünschen, dass... unter bestimmten Umständen vielleicht..." käme, dann verlöre das Publikum ganz schnell den Respekt und das Interesse an der Figur selbst. -
Die Bedeutung des Aussehens beim PU
Hearts_and_Minds antwortete auf FIMA's Thema in Anfänger der Verführung
Hier ein Klassiker zum Thema: http://www.sosuave.net/forum/showthread.php?t=60002 That being said: Es geht auch ohne. Ich hatte bereits mit zarten 19 massiven Haarausfall, Brille, starken & unregelmäßigen Haarwuchs am ganzen Körper, viele sichtbare Leberflecken, nie eine sportliche Figur. Einziger Vorteil, dass ich mit 1.90m relativ groß bin. In der Schule haben mich manche Mitschüler "Mister Hässlich" genannt. Trotzdem habe ich seit langem guten Erfolg mit Frauen, weil ich einfach sonst vieles richtig mache. Ich kann nicht jede Frau verführen, aber das muss ich auch nicht. War immer genug Auswahl da. Wer seinen mangelnden Erfolg auf's Aussehen schiebt, der lügt sich selbst was vor. -
Intellektuell im Sinne von kompliziert & weltfremd? Das bringt Dir erst dann etwas, wenn Du so viel gelesen hast, dass Du dadurch ein gewisses ideengeschichtliches Verständnis entwickelst, mit dem Du unsere heutigen Perspektiven & Denksysteme & Wissensformen in ihrer geschichtlichen Genese nachvollziehen kannst. Dafür braucht man aber schon ein bissl Zeit. Einfach nur ab und zu mal Sokrates, Kant und Wittgenstein zitieren zu können ist imho noch nichts, was einen zu einem Intellektuellen macht.